Во имя Отца, и Сына, и Святого Духа. Аминь.
Дорогие братья и сестры,
Am zweiten Sonntag nach Pfingsten feiert jedes orthodoxe Land seine eigenen Heiligen. In Deutschland feiern wir die deutschen orthodoxen Heiligen, denn Deutschland war vor der großen Kirchenspaltung 1054 orthodox. Deutsche Orthodoxie, gibt es sowas? Geht das? Die heilige Überlieferung der Kirche sagt: So und nicht anders ist es normal. Trotz, dass wir kein deutsches orthodoxes Kirchentum haben, haben wir deutsche Orthodoxe und vielerorts wird die Göttliche Liturgie bereits auf Deutsch gefeiert. Jedes Volk ist von Gott geschaffen und jede Sprache ist heilige Sprache. Dies hat mit dem Wunder von Pfingsten zu tun, an dem der Heilige Geist auf die Apostel ausgegossen wurde und die verschiedenen Völker die Apostel in der jeweils eigenen Sprache verstehen konnten.
Man muss nicht Russe werden, um orthodox zu werden. Gott liebt jedes seiner Völker und möchte, dass sie zur Einheit der Kirche zurückkehren. Mitglieder aus allen Völkern gehören zur einen Kirche. Sie sind alle Brüder und Schwestern und es gibt vor Gott keinen Unterschied zwischen ihnen. Doch heißt dies nicht, dass die Völker nun abgeschafft werden müssten, wie es heute Mode ist. Die eine ewige Kirche nimmt Gestalt an in den konkreten Völkerschaften mit ihren je eigenen Sprachen, Bräuchen und ihrem eigentümlichen Geist. Vom oberen Prinzip der Kirche empfängt das Volk den Heiligen Geist und im Gegenzug trägt das Volk die Kirche.
Zu den bekannten und großen Kirchentümern Griechenlands, Rußlands, Serbiens, Rumäniens, Antiochias, Bulgariens, Georgiens etc. sind in jüngster Zeit noch weitere hinzugekommen: Zum Beispiel Albanien, Polen, Tschechoslowakei, USA, Mazedonien etc. Und es bahnen sich Kirchentümer in Guatemala und vielen Ländern Afrikas an. Die Völker, die schon länger orthodox sind, haben die Orthodoxie freilich nicht gepachtet oder ein Patent darauf. Sie müssen darauf achten, ihre Orthodoxie zu bewahren und den anderen Völkern auf diesem Weg zu helfen.
Deutsche müssen ihre Identität nicht aufgeben, wenn sie orthodox werden. Es gibt seit dem 2. Jahrhundert Kirchen in Germanien, wovon der hl. Irenäus von Lyon zeugt. Die orthodoxe Kirche zählt über 1000 Heilige, die gotische Kirche hatte über viele Jahrhunderte einen eigenen Charakter und heute drängt der ursprüngliche deutsche Ast am Baum der rechtehrenden Kirche wieder ins Leben. Deshalb feiern wir voller Freude die Göttliche Liturgie auch auf Deutsch.
Dabei spielt freilich eine gute und schöne Übersetzung der Liturgie eine tragende Rolle. Es geht nicht darum, nur irgendeine mittelmäßige deutsche Liturgiesprache zu erfinden für diejenigen Deutschen, die noch kein Slawisch gelernt haben. Es geht darum, die Tiefe und Weite der deutschen Sprache auszuloten, denn sie steht den anderen Sprachen freilich in nichts nach. Jede Sprache kann zum Heiligen führen oder auch hinabziehen zum Bösen. Die Frage ist, wie man sie verwendet und in welche Richtung man sich mit ihr ausrichtet.
Im Gebet wird der Mensch veredelt, denn das Gebet ist die Sprache der Ewigkeit. Jedes gesprochene Wort hat Anteil an dieser ewigen Sprache und setzt etwas in dieser Welt frei. Auch deshalb, weil bereits in vielen orthodoxen Gemeinden und Klöstern auf deutsch gebetet wird und es sogar seit 1990 ein deutsches orthodoxes Kloster gibt, das hl. Dreifaltigkeitskloster in Buchhagen, freuen wir uns, auch die Möglichkeit zu haben, Anteil zu haben an diesem unaufhaltsamen und geistgetragenen Prozess. Und wenn wir das angehen, was Gott schon immer von uns will, Ihn in uns wohnen zu lassen, so verwandelt sich auch langsam das Volk und geht den Weg der Heiligung; in aller Demut und Einfachheit.

